
Aktuelle Artikel
Was ist überhaupt Systemische Beratung?
Die Systemische Beratung ist ein anerkanntes, lösungs- und ressourcenorientiertes Verfahren, das den Menschen nicht isoliert betrachtet, sondern immer in seinem sozialen Kontext – also in seinen Beziehungen, Rollen und Lebensumständen sieht. Es wird davon ausgegangen, dass der Mensch stets Teil eines Systems ist und sich alle Teile eines Systems wechselseitig beeinflussen. Dies steht im Gegensatz zur isolierten Betrachtung eines Problems im Kontext von linearen Ursache-Wirkungs-Prinzipien und Kausalitäten, die teilweise in der psychologischen Beratung oder Diagnostik Anwendung finden. Im Mittelpunkt der systemischen Beratung steht die Überzeugung, dass Veränderungen im Denken, Fühlen und Handeln möglich sind, wenn man den Blick weitet und neue Perspektiven zulässt. Eines der Ziele ist es, Perspektiven zu wechseln und zu weiten und dadurch neue Möglichkeitsräume zu eröffnen.
Dabei bleibt der/die Klient:in stets der Expert:in für ihr Leben und ihre Lösungen. Es wird davon ausgegangen, dass wir meist die Lösungen für unsere Probleme bereits in uns tragen. Eines meiner Lieblingszitate stammt von Steve de Shazer, dem Begründer der lösungsorientierten Kurzzeittherapie und lautet: „problem talk creates problems, solution talk creates solutions“. In der systemischen Beratung geht es damit weniger um das „Warum“ eines Problems, sondern vielmehr um das „Wie weiter?“. Es wird gemeinsam geschaut, welche Muster, Dynamiken oder Denkweisen festhalten – und welche Ressourcen, Fähigkeiten und Spielräume bereits vorhanden sind, um in Bewegung zu kommen.
Warum systemische Beratung hilfreich ist:
- Ganzheitlicher Blick: Probleme werden nicht losgelöst vom Umfeld betrachtet, sondern in Beziehung zu den Menschen und Strukturen, die Einfluss haben.
- Stärken entdecken: Der Fokus liegt auf Ressourcen statt auf Defiziten. Was ist bereits da? Was hat bisher geholfen?
- Veränderungen ermöglichen: Oft reicht ein kleiner Perspektivwechsel, um neue Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.
- Wertschätzende Haltung: Systemische Beratung begegnet Menschen mit Respekt, Offenheit und Neugier – ohne zu bewerten oder zu belehren.
Systemische Beratung eignet sich besonders gut in Phasen der Unsicherheit, bei familiären oder partnerschaftlichen Herausforderungen, beruflichen Fragestellungen oder wenn einfach das Gefühl da ist, dass „etwas anders werden soll“ – auch wenn noch nicht klar ist, was genau.
Methoden der systemischen Beratung – ein Einblick
Systemische Beratung ist mehr als ein Gespräch – sie eröffnet neue Perspektiven, aktiviert Ressourcen und macht Beziehungen sichtbar. Dabei kommen verschiedene kreative und strukturierte Methoden zum Einsatz, wovon ich hier einige beispielhaft nennen möchte.
• Zirkuläre Fragen, die den Blick auf andere Sichtweisen lenken
• Visualisierungen mit dem Systembrett oder in Aufstellungen
• Genogramme, die familiäre Muster über Generationen hinweg aufzeigen
• Skalierungen und hypothetische Fragen, die Veränderung anstoßen
• Visualisierungen und kreative Methoden, um Prozesse darzustellen und zu Verdeutlichen
• Methoden der Biografiearbeit, um gemeinsam Dynamiken, Glaubenssätze und Ressourcen zu erforschen
Jede Methode verfolgt das Ziel, Menschen dabei zu unterstützen, sich selbst und ihr Umfeld besser zu verstehen – und neue Wege zu entdecken. Wer mehr wissen möchte, ist herzlich eingeladen, sich persönlich beraten zu lassen oder weiter auf meinem Blog zu stöbern.